20 Jahre Forstbetrieb Arlesheim-Münchenstein

Vielen Einwohnerinnen und Einwohnern ist nicht bekannt, dass die Hälfte der Fläche der Gemeinde Arlesheim aus Wald besteht. Ein grosser Teil davon liegt östlich unseres Dorfes am Gempenplateau, aber auch entlang der Birs finden sich kleinere Flächen, und ein langer Streifen Terrassenwald trennt unser Wohngebiet von den Gewerbe- und Sportflächen im Tal.

Wir bewegen uns im Alltag sehr viel häufiger im Siedlungsgebiet, aber der Wald hat für uns ebenfalls eine grosse Bedeutung. Die meisten Menschen nutzen ihn als Erholungsgebiet, sei es beim Spazieren oder Wandern, sei es beim Joggen oder Velofahren, sei es für gesellige Aktivitäten. Für viele Pflanzen- und Tierarten dient er als Lebensraum, für manche angesichts unserer dicht bebauten Agglomeration auch als Rückzugsgebiet. Die vielen Bäume binden eine grosse Menge des durch die verschiedenen menschlichen Aktivitäten verursachten Kohlendioxids. Und schliesslich dient uns das vom Forstbetrieb gewonnene Holz als Baustoff und als Brennstoff.

Dass es in unserem dicht besiedelten Lebensraum zwischen den verschiedenen Nutzungen des Waldes manchmal und an manchen Orten zu Konflikten kommt, ist normal. Häufig können diese mit ein wenig Verständnis füreinander auf unkomplizierte Weise gelöst werden. Manchmal hilft es, die verschiedenen Nutzungen zeitlich oder örtlich zu entflechten. Und hin und wieder müssen die zuständigen Behörden der Bürgergemeinde und der Einwohnergemeinde nach einer Güter- und Interessenabwägung Entscheidungen über die zulässige Nutzung treffen, welche nicht alle Anspruchsgruppen vollständig zufriedenstellen können.

Bei meinen persönlichen Streifzügen durch unseren Wald erstaunt mich immer wieder, wie vielfältig sich dieser innerhalb unserer Gemeinde präsentiert. Je nach Höhenlage, Sonnenexposition, Bodenbeschaffenheit usw. verändert sich das Landschaftsbild grundlegend. Besonders gefallen mir die vielen Ausblicke, von denen unser Gemeindegebiet und die Birslandschaft betrachtet werden können, von denen aber auch Einblicke ins Laufental, ins Leimental, ins Elsass oder in die nahe Stadt Basel möglich sind. Ich glaube, ich bin nicht der einzige, dem diese vielfältigen Eindrücke immer wieder helfen, im Alltag den Blick für das Wesentliche zu behalten.

Markus Eigenmann, Gemeindepräsident Arlesheim

Die Übersicht wahren

Meine favorisierte Gegend rund um den Wald ist das „Under Gruet“ östlich von Münchenstein. Hat man sich einmal die Mühe genommen hier heraufzusteigen, so geniesst man eine einmalige Aussicht bzw. Übersicht hinunter auf unsere Gemeinde. Beim Blick ins Tal entsteht ein beeindruckender Kontrast: Hier oben herrscht Beständigkeit, wohltuende Stille, unverfälschte Natur und dort unten dominiert lebhafter Siedlungsraum, stetig voranschreitende Entwicklung und der nahtlose Übergang von Land zu Stadt.

Wenn immer ich den Wald besuche, nehme ich Zeit mit. Ich will entdecken und wissen, was hier kreucht und fleucht. Hier erinnere ich mich an frühe Kindertage auf der Schwägalp, wo wir jeweils im Sommer mehrere Wochen zubrachten und uns intensiv mit dem umliegenden alpinen Naturraum, speziell aber auch mit dem Wald auseinandersetzten. Heute im urbanen Raum ist der Wald, die grüne Lunge, zum Inbegriff der unberührten Landschaft geworden. Zusammen mit der Birspark-Landschaft bildet er das Rückgrat einer nachhaltigen Natur, der wir alle Sorge tragen sollten.

Natürlich ist es nicht exklusiv die Gemeinde Münchenstein, die hier oben vom „Under Gruet“ aus ins Blickfeld rückt. Ich sehe die Stadt Basel und weit ins angrenzende Dreiland, und ich sehe unsere Nachbargemeinden Birs auf- und abwärts, mit denen wir in der Birsstadt zusammenarbeiten. Einer unserer direkten Nachbarn ist Arlesheim. Mit ihm pflegen wir eine enge und freundschaftliche Zusammenarbeit. Vor kurzem sind die Gemeinderäte beider Gemeinden zusammengesessen und haben sich zu entscheidenden Entwicklungsschritten zum Wald ausgetauscht – mittlerweile eine Selbstverständlichkeit.

Was die Bewirtschaftung und Pflege des Waldes betrifft, besteht schon seit den 1970er-Jahren eine gut funktionierende Zusammenarbeit zwischen den beiden Gemeinden, die 1998 in die Gründung der Forstbetriebsgemeinschaft mündete. Nicht nur diesem bemerkenswerten Beispiel für eine erfolgreiche Zusammenarbeit möchte ich herzlich zum Jubiläum gratulieren, sondern auch unserer Bürgergemeinde, die in diesem Jahr ihr 100-jähriges Jubiläum feiern darf. Auch abseits des prägenden Themas Wald ist die Bürgergemeinde eine enorm wichtige Institution für die Identifikation und den Zusammenhalt unserer Bevölkerung.

Giorgio Lüthi, Gemeindepräsident Münchenstein